{"id":739,"date":"2020-03-10T14:36:00","date_gmt":"2020-03-10T12:36:00","guid":{"rendered":"http:\/\/antithesi.gr\/?p=739"},"modified":"2020-03-23T14:41:17","modified_gmt":"2020-03-23T12:41:17","slug":"vorlaufige-bemerkungen-zur-reaktionaren-abwehr-von-einwanderung-nach-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/antithesi.gr\/?p=739","title":{"rendered":"Vorl\u00e4ufige Bemerkungen zur reaktion\u00e4ren Abwehr von Einwanderung nach Europa"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Seit das Corona-Virus in Europa angekommen ist, \ninteressieren sich noch weniger Leute als vorher f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten \nauf Lesbos und an der griechisch-t\u00fcrkischen Grenze. Dabei droht den in \nv\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllte und unhygienische Lager eingesperrten Menschen dort \naufgrund des Virus eine Katastrophe, die die Zust\u00e4nde in Italien locker \nin den Schatten stellen d\u00fcrfte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Angesichts des chauvinistischen Eifers, mit dem \nzurzeit die Grenzen sogar innerhalb Europas geschlossen werden (die \nWeltgesundheitsorganisation h\u00e4lt solche Ma\u00dfnahmen f\u00fcr kontraproduktiv im\n Kampf gegen die Pandemie, aber wen k\u00fcmmert\u2018s), werden die \nEU-Regierungen sicher nicht von ihrer Kumpanei mit dem griechischen \nStaat abr\u00fccken, der ganz offen auf jedes Recht pfeift, die M\u00f6glichkeit, \neinen Asylantrag auch nur zu stellen, kurzerhand abschafft und mit \nGewalt gegen die Gefl\u00fcchteten vorgeht. Schlie\u00dflich erledigt er damit die\n Drecksarbeit, die allen zupass kommt. Das alles sei vollkommen \nrechtens, hei\u00dft es in postfaktischer Manier, und die geplante Aufnahme \neiniger minderj\u00e4hriger Fl\u00fcchtlinge von dort h\u00e4lt man sich als Ausweis \nvon Humanit\u00e4t zugute.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Gemeinsam auf die Stra\u00dfe zu gehen ist gerade \nschwierig, und wenn die Ausgangssperre kommt, wird man nicht einmal \nFlugbl\u00e4tter verteilen k\u00f6nnen, ohne sich erheblichen \u00c4rger mit der \nStaatsmacht einzubrocken. Welche Abw\u00e4gungen in dieser Situation zu \ntreffen sind, wird in n\u00e4chster Zeit eine ganz praktische Frage sein. \nF\u00fcrs Erste ver\u00f6ffentlichen wir hier vom sicheren Schreibtisch aus einen \nHintergrundbericht von Antiautorit\u00e4ren aus Athen, der unter anderem zu \ndem Schluss kommt, \u201edass SYRIZA den aktuellen rechten Angriffen auf \nGefl\u00fcchtete den Weg bereitet hat\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8211; KOSMOPROLET<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; &#8211; &#8211;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/antithesi.gr\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Bemerkungen.pdf\">Laden Sie den Text als pdf-Dokument herunter<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Situation in Griechenland nach dem Abkommen zwischen der EU und der T\u00fcrkei<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vor knapp vier Jahren wurde das EU-T\u00fcrkei-Abkommen \nunterzeichnet, um die unkontrollierte Einwanderung in die EU zu stoppen \nund die Bewegungen von Gefl\u00fcchteten wieder zu regulieren. Denn die \nMigrationskontrolle war von 2015 bis Anfang 2016 vollst\u00e4ndig \nzusammengebrochen \u2013 mehr als einer Million Menschen gelang es damals, \nden Kontinent zu durchqueren und Deutschland sowie andere L\u00e4nder des \nentwickelten europ\u00e4ischen \u201eZentrums\u201c zu erreichen. [1]<\/p>\n\n\n\n<p>Anfangs f\u00fchrte dieser Deal zu einem betr\u00e4chtlichen \nR\u00fcckgang der Zahlen: Von April bis Dezember 2016 \u00fcberquerten nur noch \n22&nbsp;000 Gefl\u00fcchtete die Grenze nach Griechenland.[2] Die Situation blieb \n2017 unver\u00e4ndert (30&nbsp;000), 2018 begann sie sich mit \u00fcber 50&nbsp;000 \nGrenz\u00fcbertritten zu \u00e4ndern. 2019 schlie\u00dflich hatten einerseits die \nEskalation von Krieg und Gewalt in Syrien und Afghanistan sowie \nandererseits der wirtschaftliche Abschwung in der T\u00fcrkei (deren \nBruttoinlandsprodukt nach Sch\u00e4tzung des Europarates nur noch um 0,3 \nProzent wuchs) einen starken Anstieg zur Folge: 75&nbsp;000 Menschen kamen \nnach Griechenland, die meisten von ihnen (56&nbsp;000) nach dem Wahlsieg der \nrechtsgerichteten Nea Dimokratia (ND), die die \u201eSchlie\u00dfung der Grenzen\u201c \nzu einem Hauptthema ihres Wahlkampfs gemacht hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Vom Fr\u00fchjahr 2016 bis Juli 2019, als noch die linke \nSYRIZA die Regierung stellte, stieg die Zahl der auf den Inseln \nfestgehaltenen Migrant*innen sehr schnell: Im Mai 2016 waren es 8&nbsp;500 \ngegen\u00fcber 50&nbsp;000 auf dem Festland, im Februar 2017 14&nbsp;500 und 48&nbsp;000, im\n September 2018 17&nbsp;600 und 65&nbsp;000 und im Juli 2019 19&nbsp;000 und 64&nbsp;100. \nUnter der ND-Regierung hat sich die Situation in den letzten Monaten \nnoch verschlimmert: Nach Angaben des UNHCR wurden Ende Januar diesen \nJahres 41&nbsp;200 Menschen auf den Inseln festgehalten, w\u00e4hrend 74&nbsp;400 auf \ndem Festland lebten. Die Situation in den Lagern auf den Inseln ist \nabsolut furchtbar, da sie zusammengenommen auf 5&nbsp;400 Menschen ausgelegt \nsind, aber mehr als 35&nbsp;000 Menschen um sie herum in improvisierten \nElendsbehausungen leben.<\/p>\n\n\n\n<p>SYRIZA verfolgte mit dieser Politik zun\u00e4chst das Ziel, in\n den Insellagern ein Elend zu erzeugen, das Menschen vom Grenz\u00fcbertritt \nabhalten und so den Zustrom eind\u00e4mmen sollte. Gleichzeitig wurden auf \ndem Festland die mehr als 15&nbsp;000 Menschen, die im selbstorganisierten \nTransitlager in Idomeni lebten, von wo aus sie ihren Weg in die \nn\u00f6rdlichen EU-L\u00e4nder fortsetzen wollten, ab dem 24. Mai 2016 gewaltsam \nvon der Polizei ger\u00e4umt und in ehemalige Milit\u00e4rlager in abgelegenen \nGegenden verbracht.[3] Wir wir damals schrieben: \u201eDie Niedertracht und \nGrausamkeit der Operation waren beispiellos. Selbst akkreditierten \nEhrenamtlichen von NGOs wurde der Zugang zum Lager vollst\u00e4ndig verboten.\n Dadurch wurden die Verteilung von Nahrungsmitteln und die Reinigung der\n Sanit\u00e4ranlagen behindert und so die Migrant*innen gezwungen, in die \nPolizeibusse zu steigen, die sie in abgeschottete Lager transportierten.\n Was die Berichterstattung \u00fcber den Polizeieinsatz betrifft, wurde nur \nzwei Staatsmedien, der Nationalen Fernsehanstalt Griechenlands (ERT) und\n der Nachrichtenagentur Athen, Einlass gew\u00e4hrt. Mit anderen Worten: \nSelbst die Pressefreiheit wurde verletzt. Die die in die Busse \ngen\u00f6tigten Migrant*innen, wussten nicht genau, wohin man sie brachte, \nwas zeigt, dass Ma\u00dfnahmen sogenannter totalit\u00e4rer Regime wie die \nZwangsumsiedlung an einen unbekannten Ort auch durchaus in einer \ndemokratischen kapitalistischen Ordnung und unter einer \nlinksdemokratischen Regierung durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen.\u201c[4]<\/p>\n\n\n\n<p>Danach verst\u00e4rkte die SYRIZA-Regierung in Zusammenarbeit \nmit dem UNHCR und der Internationalen Organisation f\u00fcr Migration (IOM) \ndie Spaltungen unter den Gefl\u00fcchteten, indem sie Asylsuchende nach den \nsogenannten Kriterien der Schutzlosigkeit f\u00fcr die Verlegung auf das \nFestland ausw\u00e4hlte. Selbst f\u00fcr sie wurden aber nicht gen\u00fcgend Wohnungen,\n Hotelzimmer und Pl\u00e4tze in Lagern bereitgestellt und das Verfahren war \nausgesprochen langsam. Effektive Pl\u00e4ne und Anstrengungen, die \nfurchtbaren Lebensbedingungen der Gefl\u00fcchteten auf den Inseln zu \nverbessern, gab es nicht, schlie\u00dflich bestand das Hauptziel des \nEU-T\u00fcrkei-Abkommens gerade darin, den Gefl\u00fcchteten das Leben m\u00f6glichst \nschwer zu machen. Deren wachsende Zahl f\u00fchrte 2018 und 2019 jedoch zu \nKonflikten innerhalb der Lager und zu extremen Spannungen mit den \nrassistischen Teilen der Bev\u00f6lkerung. Deshalb initiierte die \nSYRIZA-Regierung im Oktober 2018 ein Projekt zu ihrer geografischen \nUmverteilung, indem sie Vertr\u00e4ge mit Hotels auf dem Peloponnes, in \nAttika, Evia, Serres, Grevena, Thessaloniki, Kilkis, Kastoria und \nAsprovalta abschloss, was bis April 2019 zur Unterbringung von 6&nbsp;300 \nMenschen f\u00fchrte.[5]<\/p>\n\n\n\n<p>Von den 70&nbsp;200 Gefl\u00fcchteten, die Ende November 2019 auf \ndem Festland lebten, waren 22&nbsp;200 in Lagern untergebracht, 21&nbsp;000 in vom\n UNHCR angemieteten Wohnungen und 8&nbsp;500 in Hotelzimmern, finanziert von \nder IOM und der griechischen Regierung.[6] Die ND-Regierung stand unter \nstarkem Druck der (h\u00e4ufig von Parteimitgliedern gef\u00fchrten) lokalen \nBeh\u00f6rden auf den Inseln, die einen Anstieg der Zahl von Menschen in den \nLagern ablehnten und dagegen auch praktisch mobil machten. Anfang \nOktober 2019 erkl\u00e4rte Ministerpr\u00e4sident Kyriakos Mitsotakis, bis Ende \n2020 werde man 40&nbsp;000 Gefl\u00fcchtete auf das Festland verlegen und in \nHotels unterbringen, 16&nbsp;000 von ihnen sollten zudem durch \nBesch\u00e4ftigungsprogramme in den Arbeitsmarkt integriert werden.[7] \nGleichzeitig k\u00fcndigte er den Aufbau geschlossener Internierungslager f\u00fcr\n Asylsuchende auf den Inseln an.[8]<\/p>\n\n\n\n<p>Die von der Regierung geplanten Verlegungen auf das \nFestland riefen in peripheren Gemeinden wie Naoussa, Asprovalta, Serres \nund Skydra, wo ND und die (extreme) Rechte \u00fcberhaupt traditionell stark \nsind, heftige Reaktionen der Verwaltung wie auch signifikanter Teile der\n Bev\u00f6lkerung hervor. In manchen F\u00e4llen stand dahinter die Bef\u00fcrchtung, \nder \u00f6rtliche Tourismus k\u00f6nne Schaden nehmen \u2013 so etwa in Asprovalta, wo \ndie Proteste auch von Inhaber*innen kleiner Hotels angef\u00fchrt wurden \u2013, \nin anderen waren die Reaktionen rein rassistisch motiviert und wurden \nvon Verschw\u00f6rungstheorien \u00fcber einen \u201eBev\u00f6lkerungsaustausch\u201c, die \n\u201eIslamisierung des Landes\u201c und dergleichen mehr befeuert. Auf den Inseln\n wiederum f\u00fchrte die Konzentration vieler junger M\u00e4nner in den \nElendsbehausungen um die Lager und im \u00f6ffentlichen Raum zwangsl\u00e4ufig zu \nSpannungen mit der ans\u00e4ssigen Bev\u00f6lkerung und f\u00f6rderte so den Rassismus.\n Die Reaktionen der betroffenen Festlandgemeinden verz\u00f6gerten die \ngeplanten Verlegungen, stoppten sie aber nicht vollst\u00e4ndig. So wurden \nvon Anfang 2020 bis zum 1. M\u00e4rz knapp 6&nbsp;200 Menschen von den Inseln auf \ndas Festland transferiert.[9]<\/p>\n\n\n\n<p>Im Vergleich zu den zunehmenden Grenz\u00fcbertritten seit \n2018 ging dies allerdings sehr langsam vonstatten. So beschloss die \nrechtsgerichtete Regierung, weitere geschlossene Lager auf den Inseln \neinzurichten, um den wachsenden Zustrom zu kontrollieren, denn den neu \neintreffenden Menschen Bewegungsfreiheit im Land zu gew\u00e4hren h\u00e4tte ihrer\n nachdr\u00fccklich propagierten Politik der \u201egeschlossenen Grenzen\u201c ebenso \nwidersprochen wie dem EU-T\u00fcrkei-Abkommen und dem Konsens innerhalb der \nEU, die Migration einzuschr\u00e4nken. Sie k\u00fcndigte die Beschlagnahmung von \nGrundst\u00fccken in relativ isolierten Teilen der Inseln an und versuchte am\n 25. Februar unter dem Schutz der aus Athen anger\u00fcckten Einheiten der \nBereitschaftspolizei, mit den Bauarbeiten zu beginnen. Die Folgen waren \nexplosiv: Ein betr\u00e4chtlicher Teil der Inselbev\u00f6lkerung beteiligte sich \nan Stra\u00dfenblockaden und \u00e4u\u00dferst gewaltsamen Zusammenst\u00f6\u00dfen mit den \nSicherheitskr\u00e4ften. Drei Tage sp\u00e4ter, am 28. Februar, musste die \nRegierung vorerst den R\u00fcckzug antreten und die Sondereinheiten der \nPolizei wieder von den Inseln abziehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gesellschaftliche und staatliche Reaktionen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Mobilisierungen gegen die neuen abgeschlossenen Lager\n auf den Inseln waren in ihrer sozialen und politischen Zusammensetzung \nsehr gemischt. Sowohl (extreme) Rechte wie Linke und sogar \nAntifaschist*innen und Anarchist*innen haben an den Zusammenst\u00f6\u00dfen und \nBlockaden teilgenommen. Die Klassenzusammensetzung umfasste kleine \nLandwirte, Selbst\u00e4ndige und Arbeiter*innen. Unseres Wissens gab es weder\n eine Beteiligung von Gefl\u00fcchteten noch Bem\u00fchungen seitens der \nLokalbev\u00f6lkerung, mit ihnen in Kommunikation zu treten. Allerdings \ndemonstrierten die Gefl\u00fcchteten auf Lesbos in denselben Tagen f\u00fcr ihre \nVerlegung auf das Festland. Laut Genoss*innen vor Ort ergriff die \nPolizei aber Ma\u00dfnahmen, um jeden Kontakt zu den Protesten der \neinheimischen Bev\u00f6lkerung zu verhindern. Was die politische Sto\u00dfrichtung\n betrifft, war die Blockade in Mantamados von der Kommunistischen Partei\n (KKE) dominiert, die die Verwandlung von Lesbos in \u201eein Gef\u00e4ngnis und \nKonzentrationslager f\u00fcr Migranten\u201c verurteilte und die Aufk\u00fcndigung des \nEU-T\u00fcrkei-Abkommens sowie die Verlegung von Gefl\u00fcchteten auf das \nFestland forderte. In Diavolorema dagegen bestimmten rechte und \nfaschistische Kr\u00e4fte die Blockade.<\/p>\n\n\n\n<p>Festzuhalten ist, dass bereits bei den starken \nMobilisierungen, die die Gemeindeverwaltungen am 22. Januar \u2013 einen \nMonat vor den gewaltsamen Protesten gegen die Beschlagnahmung von Land \nund die geschlossenen Lager \u2013 f\u00fcr die \u201eEntlastung\u201c der Inseln \norganisierten, der vorherrschende Diskurs um den Ruf nach \u201egeschlossenen\n Grenzen\u201c kreiste und sich sogar auf die rassistischen Leitmotive eines \nangeblichen \u201eAustauschs der Lokalbev\u00f6lkerung durch Einwanderer\u201c und der \n\u201eIslamisierung des Landes\u201c bezog. Der Gouverneur der n\u00f6rdlichen \u00c4g\u00e4is \nKostas Moutzouris, der bei den Regionalwahlen von ND unterst\u00fctzt wurde, \nschreckte nicht einmal vor der Verbreitung antisemitischer \nVerschw\u00f6rungstheorien zur\u00fcck, nach denen George Soros die \u201eunheilvolle \nRolle von NGOs\u201c st\u00e4rkt. Zudem hatten sich auf Lesbos und Chios bereits \n2019 rassistisch-faschistische B\u00fcrgerwehren gebildet und eine Reihe von \nAngriffen auf NGO-Angeh\u00f6rige, Linke und Gefl\u00fcchtete durchgef\u00fchrt. Der \nR\u00fcckzieher der Regierung nach den Konfrontationen zwischen \nLokalbev\u00f6lkerung und Polizei hat auf der Ebene von Diskurs wie Praxis \nzur St\u00e4rkung der Rechten gef\u00fchrt \u2013 ungeachtet des Einflusses der KKE in \nMantamados wie auch der Beteiligung von Linken und Anarchist*innen an \nden Blockaden. Wie einige Genoss*innen aus Lesbos bemerkt haben, hat die\n Schlappe der Polizeikr\u00e4fte den rassistischen B\u00fcrgerwehren Auftrieb \ngegeben, die nun das Gef\u00fchl haben, tun und lassen zu k\u00f6nnen, was sie \nwollen, ohne irgendwelche Folgen bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als die t\u00fcrkische Regierung Anfang M\u00e4rz Fl\u00fcchtlinge zum \nGrenz\u00fcbertritt bei Evros zu ermuntern begann, um die EU zur \nUnterst\u00fctzung ihres Milit\u00e4reinsatzes in Nordsyrien gegen die Truppen von\n Assad und Russland zu dr\u00e4ngen und ihr durch eine Neuverhandlung des \nAbkommens mehr Geld f\u00fcr die Verwaltung der 3,6 Millionen in der T\u00fcrkei \ngestrandeten Syrer*innen abzupressen, reagierte die griechische \nRegierung darauf mit einer Militarisierung des Grenzregimes, indem sie \nzu Wasser wie auf dem Land auf Fl\u00fcchtlinge schie\u00dfen lie\u00df \u2013 was neben \nVerletzten auch einen Toten zur Folge hatte \u2013 und im Versto\u00df gegen das \nGenfer Abkommen und das internationale Recht die M\u00f6glichkeit \nsuspendierte, einen Asylantrag zu stellen. Gleichzeitig gab sie \nfaschistischen B\u00fcrgerwehren freie Hand, an den Grenzen Fl\u00fcchtlinge und \nJournalist*innen und auf den Inseln auch NGO-Angeh\u00f6rige und Linke \nanzugreifen.[10] Dieser Schritt wurde von der EU-F\u00fchrung unterst\u00fctzt \n(und vermutlich bereits im Voraus gutgehei\u00dfen); \nEU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen und Ratspr\u00e4sident Charles\n Michel reisten zur Inspektion der europ\u00e4ischen Grenztruppen nach Evros.\n Dass die EU-F\u00fchrung uneingeschr\u00e4nkt hinter den Bem\u00fchungen der \ngriechischen Regierung steht, die Grenzen zur T\u00fcrkei zu schlie\u00dfen und so\n eine Wiederholung des Fl\u00fcchtlingszustroms von 2015 zu verhindern, ist \nklar. So wurden Griechenland f\u00fcr den Schutz der Grenzen auch nochmals \n700 Millionen Euro und zus\u00e4tzliche 1&nbsp;500 Frontex-Beamte bewilligt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf den ersten Blick scheint sich damit die Linie der \nVisegr\u00e1d-Staaten (Tschechien, Slowakei, Ungarn, Polen) und von Parteien \ndes rechten Randes durchgesetzt zu haben, die zuvor Wahlerfolge auf \nKosten der Parteien der konservativen Mitte verzeichnen konnten. \nAllerdings sollte man nicht vergessen, dass auch linke und \nMitte-Links-Parteien wie SYRIZA Grenzschlie\u00dfungen bef\u00fcrworten. Dissens \nbesteht vor allem in der Frage, ob man rechtsextremen B\u00fcrgerwehren freie\n Hand l\u00e4sst oder der Einschr\u00e4nkung des Asylrechts wie mit dem \nEU-T\u00fcrkei-Abkommen ein rechtsstaatliches und humanit\u00e4res Deckm\u00e4ntelchen \nverpasst. Die Linke des Kapitals und seines Staates zieht es vor, die \nMigrationskontrolle ausschlie\u00dflich nationalstaatlichen und \nEU-Institutionen anzuvertrauen, um eine politische Destabilisierung \ndurch eigenm\u00e4chtige faschistische Umtriebe zu verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kein Ende der schlechten Zeiten in Sicht?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit ihrer Reaktion auf die t\u00fcrkische Politik hat die \nND-Regierung zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zum einen hat sie\n mit vorbehaltloser Unterst\u00fctzung der EU-F\u00fchrung eine milit\u00e4rische \nGrenzschlie\u00dfung durchgesetzt und den wachsenden Fl\u00fcchtlingsstrom so f\u00fcrs\n Erste gedrosselt. Zum anderen konnte sie trotz der Zusammenst\u00f6\u00dfe, die \nsich in der vorhergehenden Woche auf Lesbos und Chios zwischen Polizei \nund lokaler Bev\u00f6lkerung abgespielt haben, den rechten Rand ihrer \nW\u00e4hlerschaft wieder an sich binden. Durch eine nationalistische \nanti-t\u00fcrkische Propaganda, die die versuchten Grenz\u00fcbertritte als \n\u201efeindliche Invasion\u201c darstellt, ist es ihr gelungen, gegen einen \nfiktiven, vom proletarischen Migranten verk\u00f6rperten \u201eausl\u00e4ndischen \nFeind\u201c das Spektakel der \u201enationalen Einheit\u201c anzukurbeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie die Ereignisse auf Lesbos und Chios im Februar \ngezeigt haben, ist eine solche Politik aber von Natur aus prek\u00e4r. Seit \nden nationalistischen Kundgebungen im Namensstreit mit Mazedonien hat ND\n einem reaktion\u00e4ren Block in der Gesellschaft Auftrieb verschafft, um \nsich Stimmen zu sichern und so Unterst\u00fctzung f\u00fcr die anhaltenden \nAngriffe auf die (direkten wie gesellschaftlichen) L\u00f6hne und auf die \nLebensbedingungen einheimischer wie eingewanderter Proletarier*innen zu \nbekommen \u2013 Angriffe, die durchaus zu einem gemeinsamen Aufbegehren der \nBetroffenen f\u00fchren k\u00f6nnten. Insofern handelt es sich um eine Art \n\u201epr\u00e4ventive Aufstandsbek\u00e4mpfung\u201c.[11] Doch Griechenland ist kein \nfaschistischer Staat, und die \u00fcbrige EU ist es erst Recht nicht. Nach \nden ersten Bekenntnissen zur griechischen Politik erkl\u00e4rte von der Leyen\n zu den Berichten \u00fcber Gewalt gegen Fl\u00fcchtlinge an der griechischen \nGrenze, alle Reaktionen m\u00fcssten verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig sein, die Vorf\u00e4lle gelte\n es zu untersuchen und exzessive Gewaltanwendung sei inakzeptabel.[12] \nEs ist daher durchaus m\u00f6glich, dass es der griechischen Regierung nicht \ngelingen wird, die extreme Rechte unter Kontrolle zu halten. Diese \nk\u00f6nnte sich als politische Kraft selbstst\u00e4ndig machen und so die \nND-Regierung und die gesamte Situation destabilisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Eskalation der rechtsextremen Gewalt schafft ohne \nFrage eine ausgesprochen schwierige Situation f\u00fcr Gefl\u00fcchtete, die \nradikale Linke, das anarchistisch-antiautorit\u00e4re Milieu, NGO-Angeh\u00f6rige \nund selbst f\u00fcr Leute, die schlicht ihre Solidarit\u00e4t mit den \nMigrant*innen zeigen wollen. <em>Es ist unerl\u00e4sslich, dass wir unsere Selbstverteidigung und Gegenangriffe gegen die rechtsextremen B\u00fcrgerwehren organisieren. <\/em>Bei\n unserem notwendigen Vorgehen gegen Faschisten und Polizei sollten wir \naber nicht vergessen, dass SYRIZA den aktuellen rechten Angriffen auf \nGefl\u00fcchtete den Weg bereitet hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie der anarchistische Kommunist Luigi Fabbri 1921 \nschrieb: \u201eDer Faschismus l\u00e4sst sich effektiv nur dadurch bek\u00e4mpfen, dass\n man die politischen und \u00f6konomischen Institutionen angreift, aus denen \ner hervorgeht und sich n\u00e4hrt. Anstatt sie abzuschaffen, w\u00fcrden die \nRevolution\u00e4re gegen Staat und Kapital diesen Institutionen im \u00dcbrigen \neinen Dienst erweisen, falls sie sich, wie der Blitz vom Blitzableiter, \ndurch den Faschismus vom Ziel abbringen lie\u00dfen und ihre Kr\u00e4fte allein \ndem Kampf gegen den Faschismus widmen und sich dabei ersch\u00f6pfen w\u00fcrden. \nDer kapitalistische Staat w\u00e4re mitsamt seinem Knecht Ruprecht, dem \nFaschismus, nicht nur imstande, sich erfolgreich zu wehren und still und\n vergn\u00fcgt zu leben, sondern auch, einen Teil des Proletariats davon zu \n\u00fcberzeugen, mit ihm zusammenzuarbeiten und sich auf seine Seite zu \nschlagen. Wenn einerseits der Kapitalismus den Staat mit dem Faschismus \nerpresst, so erpresst heute andererseits der Staat das Proletariat mit \ndem Faschismus und droht ihm ungef\u00e4hr wie folgt: \u201aEntweder du gibst \ndeine fixen Ideen von politischer und \u00f6konomischer Enteignung auf und \nbeauftragst deine Anf\u00fchrer, mit mir zur St\u00e4rkung der staatlichen \nInstitutionen zusammenzuarbeiten, oder ich lasse dich von den Faschisten\n verpr\u00fcgeln und umbringen, und sollten diese nicht gen\u00fcgen, werde ich \nselbst ihnen dabei helfen!\u2018 Wenn und solange sich das Proletariat daran \ngew\u00f6hnt, im Faschismus seinen speziellen Feind zu sehen, der gesondert \nzu bek\u00e4mpfen ist, kann es durch die Regierung erpresst werden; und \nsolange die Erpressung gelingt, hat der Staat ein Interesse daran, dass \nder Faschismus (den er mehr oder weniger in seinem Sinne beeinflussen \nkann) weiterbesteht.\u201c[13]<\/p>\n\n\n\n<p>Antithesi (Athen), 10. M\u00e4rz 2020<\/p>\n\n\n\n<p>[1] Eine genauere Analyse der damaligen Ereignisse bietet\n unser Text \u201eVogelfrei. Migration, deportations, capital and its state\u201c,\n abrufbar unter <a href=\"https:\/\/antithesi.gr\/?p=44\">https:\/\/antithesi.gr\/?p=44<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>[2] Sofern nicht anders vermerkt, stammen alle Daten vom UNHCR (United Nations High Commissioner for Refugees).<\/p>\n\n\n\n<p>[3] <a href=\"https:\/\/el.wikipedia.org\/wiki\/\u0395\u03b9\u03b4\u03bf\u03bc\u03ad\u03bd\u03b7_\u039a\u03b9\u03bb\u03ba\u03af\u03c2\">https:\/\/el.wikipedia.org\/wiki\/\u0395\u03b9\u03b4\u03bf\u03bc\u03ad\u03bd\u03b7_\u039a\u03b9\u03bb\u03ba\u03af\u03c2<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>[4] Antithesi, \u201eVogelfrei\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>[5] \u201eStructural Failure. Why Greece\u2019s reception system \nfailed to provide sustainable solutions\u201c, Report of Refugee Support \nAegean, 18. Juni 2019, <a href=\"https:\/\/rsaegean.org\">https:\/\/rsaegean.org<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>[6] T. Georgiopoulou, \u201e[Neue Zentren f\u00fcr kontrollierte Aufnahme auf dem Festland]\u201c (griechisch), <em>Kathimerini<\/em>, 2. Dezember 2019.<\/p>\n\n\n\n<p>[7] <em>Naftemporiki<\/em>, 4. Oktober 2019, <a href=\"https:\/\/www.naftemporiki.gr\/story\/1520713\">https:\/\/www.naftemporiki.gr\/story\/1520713<\/a> (griechisch).<\/p>\n\n\n\n<p>[8] Nachrichtenportal news247.gr, 4. Oktober 2019 \n(griechisch). Mitsotakis k\u00fcndigte auch an, bis Ende 2020 w\u00fcrden 10&nbsp;000 \nGefl\u00fcchtete in die T\u00fcrkei zur\u00fcckgeschickt werden \u2013 f\u00fcnfmal so viele wie \ninsgesamt seit 2016 (2&nbsp;117 laut UNHCR).<\/p>\n\n\n\n<p>[9] <em>To Vima<\/em>, 5. M\u00e4rz 2020 (griechisch).<\/p>\n\n\n\n<p>[10]&nbsp; Mitglieder von rechtsextremen und faschistischen \nGruppen aus Europa (u.a. der deutschen \u201eIdentit\u00e4ren\u201c) haben sich in \nEvros und auf den Inseln versammelt, um ihre griechischen Kameraden zu \nunterst\u00fctzen und an den Angriffen teilzunehmen. Auch an den \nBrandanschl\u00e4gen auf Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte auf Lesbos und Chios d\u00fcrften \nsie beteiligt gewesen sein.<\/p>\n\n\n\n<p>[11] Luigi Fabbri, <em>Die pr\u00e4ventive Konterrevolution. Reflexionen \u00fcber den Faschismus <\/em>(1921),\n \u00fcbersetzt von Tina D\u00fcspohl, Bodenburg 2020 (in Vorbereitung, \n\u00dcbersetzung geringf\u00fcgig ge\u00e4ndert). Wir verwenden hier den Begriff des \n\u201epr\u00e4ventiven Aufstands\u201c, weil die neueren Bewegungen in Frankreich, \nChile, Ecuador, Libanon und anderswo gezeigt haben, dass aufgrund der \nanhaltenden Bem\u00fchungen des Kapitals, den Lohnabh\u00e4ngigen die Kosten \nseiner fortdauernden Krise aufzub\u00fcrden, jederzeit v\u00f6llig unerwartet \nproletarische Aufst\u00e4nde ausbrechen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>[12] H. Der Burchard\/D. Herszenhorn, \u201eVon der Leyen wants\n \u201aworkable agreement\u2018 with Erdo\u011fan on migration\u201c, Politico.eu, 3. M\u00e4rz \n2020.<\/p>\n\n\n\n<p>[13] Fabbri, Pr\u00e4ventive Konterrevolution.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit das Corona-Virus in Europa angekommen ist, interessieren sich noch weniger Leute als vorher f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten auf Lesbos und an der griechisch-t\u00fcrkischen Grenze. Dabei droht den in v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllte und unhygienische Lager eingesperrten Menschen dort aufgrund des Virus eine Katastrophe, die die Zust\u00e4nde in Italien locker in den Schatten stellen d\u00fcrfte. 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